Vereinschronik

Vereinschronik des SK Zweibrücken

Von den ersten Zweibrücker Schachfreunden über Wiedergründung, Kongresse und Jugendarbeit bis zur Gegenwart am Schlossplatz.

1871–2025 Zeitraum 5 Kapitel 5 Stationen

Lesefassung

Die Chronik im Detail

Stand: 4. Juli 2026. Text: Peter Schwichow, Fotos: SKZ-Archiv.

01 1871–1932 Die Geschichte des SK Zweibrücken bis 1932

Im „Zweibrücker Wochenblatt“ vom 27. Oktober 1871 wurde eine „Einladung zur Gründung eines Schachklubs“ veröffentlicht: „Wer an der Gründung eines Schachklubs theilzunehmen gewillt ist, wird hiermit eingeladen, sich nächsten Samstag, Abends 8 Uhr, in der Wirthschaft zum ‚deutschen Kaiser’ (Flatter) einzufinden.“ Unterzeichnet wurde die Einladung mit „Mehrere Schachspieler“; Namen wurden also nicht genannt.

Es ist nicht klar, was aus diesem Klub, sollte er tatsächlich gegründet worden sein, geworden ist, da Belege aus dieser Zeit fehlen. Bislang wurden keine weitergehenden Forschungen zu dieser Sache angestellt. Das Zweibrücker Stadtarchiv wäre in diesem Zusammenhang keine allzu große Hilfe, da es am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde und somit fast alle wichtigen Unterlagen aus der Zeit vor 1945 für immer verloren gingen. Es wäre aber einen Versuch wert, im Landesarchiv Speyer nach weiteren Spuren aus dem Jahre 1871 zu suchen.

Im Jahre 1905 sind Zweibrücker Schachfreunde erstmals nachweislich erwähnt. Der Barmer Schachverein veranstaltete anlässlich seines 40-jährigen Bestehens ein internationales Schachturnier (Internationaler Schachkongress) und gab hierzu ein Kongressbuch heraus, in dem neben vielen kommentierten Partien ein umfangreiches Adressenverzeichnis in- und ausländischer Schachvereine und Schachspieler zu finden ist. Hier sind die „Zweibrücker Schachfreunde“ genannt und 19 Spieler mit Namen, Adressen und Berufen aufgeführt. Bei der Neugründung 1956 wurde die Jahreszahl 1905 schließlich fester Bestandteil des Vereinsnamens – als ältester bekannter Nachweis für schachliche Aktivitäten in der ehemaligen Herzogsstadt.

Die 19 „Zweibrücker Schachfreunde“, von denen als letzter der Studienprofessor a. D. Oskar Tillmann im Jahre 1970 verstarb, waren fast ausschließlich höhere Beamte oder Angehörige verwandter Berufe. Schach als Freizeitbeschäftigung der gebildeten Schicht! Da die Beamten auch schon damals häufig versetzt wurden, schwankte die Mitgliederzahl des Vereins ständig. Das spielerische Niveau konnte folgerichtig niemals konstant bleiben, da die ständigen Fluktuationen immer wieder zu Veränderungen führten.

Aus den Jahren 1912 und 1913 ist bekannt, dass die „Schachfreunde Zweibrücken“ ein Turnier um die Stadtmeisterschaft veranstalteten. Als Sieger wird Oberingenieur Jakob Heister genannt; die Plätze zwei und drei gingen an Musikdirektor Gustav Bensch und Kunstmaler Adolf Eiffler.

Weitere Informationen zur Zeit vor dem Ersten Weltkrieg gibt es leider nicht mehr. Sicher ist aber, dass der Schachklub bei Kriegsausbruch im Jahre 1914 rasch auseinander fiel, da die meisten Mitglieder zur Front gerufen wurden.

Neubeginn nach dem Ersten Weltkrieg

Gegen Ende des Jahres 1919 trafen sich allmählich wieder einige Schachfreunde im Café Fuchs in der Zweibrücker Hauptstraße, um die eine oder andere Partie Schach zu spielen. Bis zum Herbst 1920 wuchs die Zahl der Schachbegeisterten auf ein gutes Dutzend an. Allabendlich kam man zwischen 18 und 20 Uhr zusammen und spielte ein paar freie Partien. An ein geordnetes Vereinsleben war damals noch nicht wieder gedacht worden. Ausschlag gebend dafür, dass der Zweibrücker Schachklub letztendlich doch wiederbelebt wurde, war eine Simultanveranstaltung des deutsch-britischen Meisterspielers Jacques Mieses in Kaiserslautern. Durch dieses Ereignis angeregt, wurde am 26. November 1920 im Café Fuchs die Wiedergründung des Schachklubs vollzogen. Die Vorarbeiten hierzu leistete Schachfreund Edmund Hüther, der sich bis ins hohe Alter stets unermüdlich für den Schachsport in Zweibrücken und in der Pfalz einsetzte. Noch Anfang der 1960er-Jahre war er als Vorstandsmitglied tätig. Auch Mitteilungen in der Presse trugen 1920 dazu bei, dass die Neuauflage des Schachvereins erfolgen konnte. Man spielte anfangs an den Schachbrettern, welche die Mitglieder aus ihrem Privatbesitz mitgebracht hatten, und auch die Schachliteratur wurde leihweise aus privater Hand zur Verfügung gestellt. Geldspenden sorgten dafür, dass der Verein nach und nach eigenes Spielmaterial beschaffen konnte. Und die Begeisterung unter den Schachfreunden war überwältigend, wie aus einem Zeitzeugenbericht hervorgeht: „13. Dezember 1920. Der dreizehnte ist und bleibt ein Unglückstag. Heute Nacht wurde Herr Studienrat B. mitten in einer Schachpartie nach erst siebenmaliger Aufforderung zum Verlassen des Lokales von zwei kunstfeindlichen, verständnis- und rücksichtslosen Angehörigen unserer Ortspolizei wegen Überschreitung der Polizeistunde aufgeschrieben, trotzdem er bereits mit Hut und Mantel bekleidet im Stehen seine Züge machte und wir alle beschwören können, dass er bei dieser Partie nicht mehr mit Überlegung handelte. Sein Name wird als der eines Märtyrers für unsere hohe Sache auf ewig mit goldenen Lettern in unserer Vereinsgeschichte eingetragen bleiben.“

Das Schachspiel war in der Folgezeit auf dem besten Wege zu einem Volksspiel. Die Mehrzahl der 34 (!) Mitglieder bei der Wiedergründung gehörte zwar noch zur Klasse der „Gebildeten", doch auch die übrige Bürgerschaft war nun schon zahlreich vertreten, konnte sogar nach kurzer Zeit eine zahlenmäßige Überlegenheit erreichen. Die berufliche und soziale Gliederung innerhalb des Vereins wandelte sich in der Folgezeit mehr und mehr; der Schachklub Zweibrücken wurde zu einem Verein, in dem wirklich jeder Schachbegeisterte, gleich welcher Herkunft, mitspielen konnte. Ab Sommer 1921 ließ das Interesse am Schachspiel merklich nach; die Mitglieder mussten sich mit den Sorgen des Alltags quälen: Geldentwertung und sinkender Lebensstandard ließen die Freude am königlichen Spiel in den Hintergrund treten. Das änderte sich erst 1923, als durch die politischen Verhältnisse (Ruhrbesetzung, Verhaftungswellen etc.) der Selbstbehauptungswille der Bevölkerung wieder gestärkt wurde. Obwohl jeder Spielabend des Schachklubs vom französischen Kreisdelegierten schriftlich genehmigt werden musste, kamen zu diesen Treffen immer mehr Schachfreunde zusammen. Im April 1923 wurde der Mitgliederbeitrag auf 300 Mark festgelegt – wohlgemerkt monatlich! Während der Inflation, als 1.000 Mitgliedsbeiträge nicht mehr ausgereicht hätten, um eine Postkarte zu frankieren, wurde Folgendes festgelegt: Der Monatsbeitrag beträgt so viel, wie bei seiner Zahlung ein 3/10 Glas Zweibrücker Bier kostet. Einige Monate später sollten dann für die Beheizung des Spiellokals pro Spielabend 4 Francs vom Verein gezahlt werden. Darum wurde der Mitgliederbeitrag nun auf 1 Franc festgesetzt. Als 1924 schließlich die Reichsmark als Zahlungsmittel zugelassen wurde, hatte der Schachklub einen Kassenbestand von 2 Francs, das waren 0,50 Reichsmark.

Zum Beitritt des Zweibrücker Schachklubs in den Pfälzischen Schachbund (PSB), der erst wenige Jahre zuvor (1921) gegründet worden war, werden zwei verschiedene Daten genannt. In einer älteren Vereinschronik ist von Mai 1924 die Rede, während die Festschrift des PSB aus dem Jahre 1996 als Beitrittsjahr 1925 angibt.

Aus dem Jahre 1924 sind gleich mehrere schachliche Aktivitäten der Zweibrücker „Klötzchenschieber“ überliefert: Es gab zwei Freundschaftskämpfe gegen Homburg, die jeweils mit hohen Zweibrücker Siegen endeten (9,5:2,5 und 7,5:2,5). Es folgte ein so genanntes Winterturnier, an dem sich nicht weniger als 26 Spieler beteiligten! Es wurde in drei Gruppen doppelrundig gespielt. Überlegener Sieger der Gruppe A wurde Edmund Hüther mit 15 Punkten aus 16 Partien. Auf den weiteren Plätzen folgten abgeschlagen die Spieler Baumann und Eß mit je zehn Zählern.

Höhepunkt des Jahres war jedoch die Blindsimultanvorstellung, die Meisterspieler Mieses in Zweibrücken gab. An sechs Brettern erreichte er immerhin drei Siege und drei Punkteteilungen.

Ein Jahr später wurde die Reihe der Städteturniere und Freundschaftskämpfe, die man damals zum Kräftemessen mit anderen Mannschaften gerne veranstaltete, fortgesetzt. Gegen Landau gab es zunächst ein Städteturnier, das die Vorderpfälzer mit 9:5 für sich entscheiden konnten. Dies tat jedoch der guten Stimmung unter den Zweibrücker Schachfreunden keinen Abbruch: Ein gemeinsamer Ausflug mit den Landauern auf die Madenburg und ein gemütlicher Abend mit Tanz und Musik lässt auf eine freundschaftliche und sehr gesellige Atmosphäre schließen. Es folgten im gleichen Jahr zwei weitere schachliche Auseinandersetzungen mit Landau: Hierbei wurden die Erfolge recht gleichmäßig verteilt. Landau gewann den ersten Kampf mit 10:3, während Zweibrücken im Rückspiel mit dem gleichen Resultat siegte.

Zum Winterturnier 1926/27 meldeten sich nur 17 Teilnehmer. Es wurde ein Rundenturnier durchgeführt, das erneut Edmund Hüther als Sieger sah. Er gewann wieder überlegen mit 15 Punkten aus 16 Partien. Die Nächstplatzierten waren Uhland (11 Punkte), Nusch und Dr. Weber (je 10,5 Punkte). In ähnlicher Weise wurden auch in der Folgezeit vereinsinterne Turniere gespielt, zu denen noch heute die Turniertabellen existieren. Ebenso sind noch Aufzeichnungen von Freundschaftskämpfen und sogar einzelne Partien überliefert. Bemerkenswert: Die bei weitem beliebtesten Eröffnungszüge waren 1. e4 e5.

Eine Kurzpartie Hüther – Dr. Krieger (P. A. Orlimont) vom 1. Mai 1928: 1. e4 d5 2. exd5 Dxd5 3. Sc3 Da5 4. d4 Lf5 5. Ld2 Sc6 6. Lb5 Db4 7. Df3 Ld7 8. Sge2 0-0-0 9. 0-0 Sxd4 10. Sxd4 Dxd4 11. Le3 Lg4? 12. Dg3 und Schwarz gab auf.

Schachkongress in Zweibrücken

Zweibrücken war 1928 erstmals Austragungsort des Pfälzischen Schachkongresses. Dieser fand vom 6. bis 9. April statt und stellte einen Höhepunkt im damaligen Vereinsleben dar. Am Festabend überreichte Hermann Römmig dem Problemkomponisten P. A. Orlimont im Auftrag des Vorstandes des Deutschen Schachbundes die Ehrenmedaille des DSB aus Meißener Porzellan. Vom Kongress selbst verdient der Sieg des Zweibrückers Stoffel im Meisterschaftsturnier besondere Erwähnung. Im darauffolgenden Jahr setzte sich der Erfolgsweg dieses Spielers fort: Platz drei im Meisterturnier. Außerdem gab es 1929 den Sieg eines anderen Zweibrückers beim Kongress in Landau zu vermelden: Schmidt gewann im Hauptturnier.

Zum damaligen Schachkongress in der Südpfalz liegen Auszüge aus der Festschrift vor. Darin heißt es u. a.: „Die Meldungen die spätestens [...] einzureichen sind, geschehen nur durch die Vereine, die dadurch für die entsprechende Spielstärke die Gewähr übernehmen. Vorbedingung ist, dass die Vereine, deren Mitglieder am Kongress teilnehmen wollen, ihrer Beitragspflicht genügt haben. Spielweise: Schweizer System Sieger ist, wer aus der Anzahl der vorgeschriebenen Partien die meisten Punkte erhält. Zeitbeschränkung: Meisterturnier: 15 Züge in 1 Stunde, Meisterschaftsturnier: 18 Züge in 1 Stunde, evtl. dasselbe im Hauptturnier. Kontrolle: erstmalig nach 2 Stunden; später nach 1 Stunde. Spielzeiten: Vormittags 9-1 und Nachmittags 3-7 Uhr. Erledigung der Hängepartien nach Anordnung der Turnierleitung. (Die Spieler werden gebeten, Schachuhren mitzubringen.) [...]“

Die Startgelder bewegten sich im Rahmen von 2 RM für das Nebenturnier und 6 RM für das Meisterturnier. Daneben wurde ein Reuegeld in Höhe von 5 RM erhoben. Als Preisgelder wurden zwischen höchstens 15 RM (Nebenturnier) und höchstens 50 RM (Meisterturnier) ausgeschüttet. Die Hälfte der Teilnehmer sollte Preise erhalten.

Im Jahre 1929 wurde Edmund Hüther 2. Vorsitzender des Pfälzischen Schachbundes. Er hatte dieses Amt bis 1932 inne.

Von den Kongressen abgesehen, wurde das Schachspiel damals in erster Linie im Rahmen von Freundschaftskämpfen gepflegt. 1929 spielte Zweibrücken zweimal gegen Homburg und einmal gegen Landau. Gegen Homburg gab es einen 8,5:5,5-Sieg und eine knappe 5,5:6,5-Niederlage (in letzterer Begegnung spielten an den Spitzenbrettern Hüther und Krieger alias P. A. Orlimont für Zweibrücken); gegen die Vorderpfälzer gewann man mit 7:5. Im darauffolgenden Jahr besiegte Zweibrücken Landstuhl in zwei Begegnungen jeweils deutlich mit 7:1 und 8,5:2,5.

1931 war Zweibrücken Austragungsort eines Länderkampfes zwischen der Pfalz und dem Saarland. Damals setzten sich die Saarländer mit 7:5 Punkten durch.

1932 feierte man wieder einen Sieg eines Zweibrückers beim Kongress (diesmal in Ludwigshafen): Gerhard Weißgerber, eben erst aus dem Saarland in die Rosenstadt gewechselt, gewann das Meisterturnier! Daneben gab es auch in Zweibrücken selbst einen schachlichen Leckerbissen: Der Meisterspieler Efim Bogoljubow gab eine Simultanvorstellung in der Rosenstadt.

Im Spätsommer 1932 verließen sechs Mitglieder den Zweibrücker Schachklub und gründeten die „Schachgesellschaft Zweibrücken“, die aber nur wenige Monate Bestand haben sollte.

02 1933–1955 Die Zeit von 1933 bis zur Wiedergründung des SK Zweibrücken

Die nationalsozialistische Gleichschaltung vom Frühjahr 1933 bildete einen deutlichen Einschnitt für den Schachklub. Schon nach kurzer Zeit war es nicht mehr möglich, dem Denksport so nachzugehen, wie man sich das unter den Vereinsmitgliedern vorgestellt hatte, da die Einmischung durch den von den Nazis geführten Pfälzischen Schachbund als unerträglich empfunden wurde. Zwar spielten die Zweibrücker noch einige Jahre lang Schach, doch stellte der Verein im Frühjahr 1939 seine Beitragszahlungen an den PSB ein.

Die Nationalsozialisten sahen im Schach zunächst einen geistigen Massenkampfsport, einen Kriegsdenksport und eine geistigen Wehrkampfsport, der anfangs gezielt gefördert wurde. Deutliches Indiz hierfür: Propagandaminister Joseph Goebbels wurde Leiter des Großdeutschen Schachbundes. Gemäß eines Schreibens des Großdeutschen Schachbundes und des Deutschen Schachbundes an den Pfälzischen Schachbund vom 23. April 1933 sollten alle Schachvereine und -verbände im Großdeutschen Schachbund zusammengefasst werden. Hierzu wurden organisatorische Maßnahmen angekündigt. Hermann Römmig, 1. Vorsitzender des PSB und Schatzmeister des DSB, leitete den Brief am 1. Mai 1933 an die Vereine des PSB weiter. Begleitend merkt er an: „Da es mir unerlässlich erscheint, dass das Amt des 1. Vorsitzenden von einem Nationalsozialisten bekleidet wird, so lege ich den Vorsitz des Bundes hiermit nieder, wovon ich gleichzeitig dem Großdeutschen Schachbund Mitteilung mache. Mein Nachfolger wird wohl in aller Kürze von dem kommissarischen Leiter des Großdeutschen Schachbundes ernannt werden. Die übrigen Herren des Vorstandes haben m. A. n. keine Veranlassung, sich meinem Vorgehen anzuschließen [...] Mit deutschem Gruß Hermann Römmig 1. Vorsitzender“

Dank finanzieller und organisatorischer Förderung durch die Nazis erlebte das pfälzische Schach einen starken Aufschwung, wenngleich es auch restriktive Maßnahmen durch die braunen Machthaber gab: So wurden Nichtarier sofort aus den Schachvereinen ausgeschlossen, Arbeiterschachklubs zwangsaufgelöst oder Schachvermögen konfisziert.

In der Kongress-Festschrift des Schachklubs Zweibrücken aus dem Jahre 1963 erinnerte sich Edmund Hüther an die Zeit des „Dritten Reichs“: „Im Frühjahr 1933 wurden auch wir nationalsozialistisch ‚gleichgeschaltet’. Wir machten nolens volens den ganzen Propagandarummel des unter des SA-Mannes Eckrich durch keine Fachkenntnis getrübten Führung stehenden Pfälzischen Schachbundes mit und beteiligten uns nach Eckrichs unrühmlichem Abgang unter seinem Nachfolger, dem damals in Pirmasens wohnhaften ehrlichen Schachfreund und Schachkönner Rastfeld, an allen Verbandskämpfen und Verbandsveranstaltungen. Nach Rastfelds Ausscheiden wurden uns aber das ständige Organisieren und Kommandieren der Naziführung des Bundes zu dumm, weil dadurch eine freie Schachentfaltung, wie wir sie seit Gründung des Klubs verstanden, unmöglich wurde. Wir stellten einfach jede Beitragsleistung an den Bund ein und machten, was wir wollten. Damals, im Frühjahr 1939, entstand das von uns noch heute gesungene Kampf- und Trutzlied unseres Klubs.“ Letztere Äußerung erscheint allerdings etwas zweifelhaft, da im Liedtext einige Ausdrücke vorkommen, die auf ein Entstehen des „Schutz- und Trutzliedes“ erst nach dem Zweiten Weltkrieg schließen lassen. Wenige Wochen vor Kriegsbeginn wurde Edmund Hüther von den Nazis als Vorsitzender des Schachklubs abgesetzt.

Pfälzisches Schach neu organisiert

Die schachliche Landschaft der Pfalz wurde im Herbst 1933 neu eingeteilt: Fortan existierten acht Kreise und vier Bezirke. Zweibrücken und Thaleischweiler bildeten den Kreis 7, der dem Bezirk West angegliedert war. Diesem Bezirk gehörten außerdem noch die Schachklubs aus Pirmasens (SK und SF), Rodalben und Donsieders an, die im Kreis 6 zusammengeschlossen waren. Kreisspielwart im Kreis 7 war Dr. Grüber, Landauer Straße, Zweibrücken, der gleichzeitig auch als Bezirksspielleiter fungierte.

Vom 17. bis 19. November 1933 fand in Neustadt/Weinstraße der 1. Nationale Pfälzische Schachkongress statt. Sieger des Meisterturniers wurde der Zweibrücker Gerhard Weißgerber (mit fünf Punkten aus fünf Partien), während sein Vereinskamerad Braun das Nebenturnier für sich entschied. Eine Besonderheit dieses Kongresses: Unterkunft und Verpflegung waren für alle Teilnehmer kostenlos! Ein Indiz für die anfängliche Unterstützung des Schachsports durch die Nazis. Ein Turniertag begann um 7 Uhr mit dem Aufstehen, eine halbe Stunde später fand ein gemeinsamer Spaziergang statt, ehe um 8.30 Uhr Frühstück serviert wurde.

Speziell vom Schachklub Zweibrücken gibt es aus dem Jahre 1933 zu berichten, dass es zwei Vergleichskämpfe gegen Pirmasens gab. Der Verbandskampf wurde von den Zweibrückern mit 2,5:1,5 gewonnen, während ein Freundschaftsspiel an neun Brettern mit einer 2:7-Niederlage endete.

In der Folgezeit wurde der Verein von Dr. Grüber geführt. Zweibrücken war einer von insgesamt 39 Schachklubs in der Pfalz. Dem Bezirk West gehörten folgende Vereine an: SK Dahn, SK Donsieders, SK Hauenstein, SF Pirmasens, SK Pirmasens, SC Rodalben, SK Thaleischweiler und SK Zweibrücken.

Im Jahre 1935 wurde Edmund Hüther bei einem Wettkampf Pfalz gegen Bayern eingesetzt. Es ist lediglich überliefert, dass er remis spielte. Ebenfalls erwähnt die Chronik eine Simultanvorstellung des Großmeisters Wilhelm Gudehus in Zweibrücken. Über das Ergebnis ist jedoch nichts bekannt.

Seinen vierten Pfalzmeistertitel holte sich 1935 Gerhard Weißgerber; es war sein dritter und zugleich letzter Sieg als „Zweibrücker“ auf Pfalzebene.

1936 warb Propagandawart Dr. Bachl für die aktive Selbstdarstellung der Vereine. Als geeignete Mittel, einen Schachklub wirkungsvoll zu präsentieren, nannte er u. a. Mitgliederversammlungen, die Durchführung einer Leistungsschau, die Darstellung des Vereinsvermögens oder der Vereinsfahne, ein aktives Vereinsleben, Geschenke an verdiente Mitglieder, Auszeichnungen, gut durchdachte Formulare, gesellige Veranstaltungen, das Festhalten besonderer Ereignisse im Foto, die Erstellung von Vereinschroniken und Vereinsrundschreiben. Pfälzische Schachspieler sollten darüber hinaus gezielter geschult werden. Hierzu fand ein Trainingsturnier für mittel- und süddeutsche Spitzenspieler in Stadtprozelten statt. Der Zweibrücker Gerhard Weißgerber konnte dieses Turnier für sich entscheiden und somit seine Spitzenstellung im pfälzischen Schach demonstrieren. Im darauffolgenden Jahr belegte er beim Schachkongress in Bad Dürkheim einen zweiten Platz im Meisterturnier.

In der Hoffnung, eine bessere finanzielle Förderung zu erhalten, trat der PSB aus dem Großdeutschen Schachbund aus und schloss sich der KdF (Kraft durch Freude -> Nazi-Einrichtung zur Durchführung von Massenfreizeitveranstaltungen und Massenreisen für Arbeitnehmer) an.

Wenige Wochen vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde der Vorsitzende Edmund Hüther auf Befehl des Pfälzischen Schachbundes für abgesetzt erklärt, was von den Zweibrücker Schachfreunden aber ignoriert wurde. Als dann jedoch die Stadt Anfang September 1939 geräumt werden musste, war es mit der Herrlichkeit des Schachklubs schlagartig zu Ende.

Nach der Rückkehr der Bevölkerung im August 1940 trafen sich indes wieder einige Schachfreunde in ihrem Spiellokal, das im März 1945 dem alliierten Bombenhagel zum Opfer fiel. Mit seinem Klublokal verlor der Verein auch sein gesamtes Spielmaterial und eine große Zahl an Schachbüchern. Erneut kam das königliche Spiel in Zweibrücken völlig zum Erliegen.

Die unmittelbare Nachkriegszeit

1946 fanden sich allmählich wieder einige Schachfreunde zusammen. Sie trafen sich in den Behausungen der Spieler, die das Glück hatten, überhaupt noch ein Dach über dem Kopf zu haben. Ab 1947 diente ein notdürftig hergerichtetes Lokal als Unterkunft, so dass nach Zulassung durch die französische Militärverwaltung der allwöchentliche Schachabend wieder eingeführt werden konnte. In der Folgezeit musste man das Lokal ständig wechseln, dennoch wurden schon bald wieder Verbandsspiele durchgeführt. Es existierte zu dieser Zeit die recht erfolgreiche Schachabteilung des VfR (heute VB) Zweibrücken, deren Mannschaft ab 1949 zu den Spitzenteams der Westpfalz gehörte.

Bereits 1947/48 wurde ein erstes Vereinsturnier in Zweibrücken ausgetragen. Zwölf Spieler kämpften dabei um Punkte und Plätze. Am Ende gab es folgende Tabelle: 1. Schmid (9 Punkte), 2. Uhland (8), 3. Hüther (8), 4. Ohlemacher (7,5), 5. Verst (6), 6. Römmig (6), 7. Mootz (5,5), 8. Semar (4), 9. Korn (3,5), 10. Reubold (3), 11. Stey (3), 12. Staufer (2,5).

1947 begannen die organisatorischen Vorarbeiten zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Pfalz. Maßgeblich war daran der Zweibrücker Hermann Römmig beteiligt, der damals immerhin die deutsche Kontaktperson des Weltschachbundes FIDE war. Bei Wiedergründung des PSB am 26. September 1948 wurde Römmig sofort zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zusammen mit 14 anderen Vereinen gehörte die Schachabteilung des VfR Zweibrücken (15 registrierte Mitglieder) zu den ersten Klubs, die schon damals (wieder) in den PSB aufgenommen wurden. 1949 wurden dann endlich die neuen Bundesklassen eingeführt. Die Bundesklasse Hinterpfalz bestand aus den Vereinen Kaiserslautern, Kindsbach, SC Pirmasens, SV Pirmasens, Rodalben und Zweibrücken. In einer drei Monate dauernden „Saison“ wurde damals der erste Meister der Pfalz ermittelt.

Unterhalb der beiden Bundesklassen gab es pfalzweit vier Bezirke, wobei der VfR Zweibrücken im Bezirk West spielte. Die Heimspiele des VfR fanden damals im „Zweibrücker Hof“ statt.

Als herausragendes Turnierergebnis aus dem Jahre 1949 ist die pfälzische Vizemeisterschaft von Edmund Hüther beim Kongress in Landstuhl zu nennen.

1950 qualifizierte sich der VfR Zweibrücken als Meister der Verbandsklasse West für die Endrunde um die pfälzische Mannschaftsmeisterschaft. Gegner waren Kaiserslautern sowie die späteren Bundesligisten Ludwigshafen und Neustadt. Über den Ausgang dieser Meisterschaft ist leider nichts bekannt.

Auch 1952 erreichte Zweibrücken die Endrunde auf Pfalzebene. Die Gegner aus Kaiserslautern, Ludwigshafen und Mundenheim erwiesen sich jedoch als zu stark, so dass man mit 0:6 Punkten den letzten Platz belegte.

In der pfälzischen Bundesklasse gehörte der VfR 1952/53 ebenfalls zu den sportlichen „Leichtgewichten“; mit 2:12 Zählern sprang nur der vorletzte Platz heraus.

1952 waren in der Pfalz vier Landesklassen eingerichtet worden. Zusammen mit Kaiserslautern, Landau, Landstuhl und den beiden Pirmasenser Vereinen bildete der VfR nach seinem Abstieg aus der Bundesklasse die Landesklasse West. Ab 1954 tauchen die Zweibrücker dann in keiner Ergebnisliste mehr auf; der Spielbetrieb des VfR wurde eingestellt. Ursachen waren in erster Linie Spielermangel und auch Interesselosigkeit. Während noch in der Saison 1953/54 eine Mannschaft an Ligakämpfen teilnahm, datierte das letzte überlieferte Vereinsturnier bereits aus dem Jahr 1952. Es wurde mit lediglich neun Teilnehmern absolviert.

1955 teilte der PSB schließlich seinen Wirkungsbereich in sechs Bezirke ein, die in dieser Form über viele Jahrzehnte Bestand haben sollten. Innerhalb dieser neuen Strukturen fanden sich in den Tabellen bald auch wieder Mannschaften aus Zweibrücken.

03 1956–1979 Der SK Zweibrücken in den ersten 25 Jahren nach seiner Wiedergründung

1956 begann für das Zweibrücker Schach die „Neuzeit“. Am 29. November 1956 wurde im damaligen Vereinslokal Hitschler in der Fruchtmarktstraße der Schachklub Zweibrücken wiedergegründet. Treibende Kraft war hierbei der spätere Ehrenvorsitzende Siegfried Grub, der von 1956 bis 1974 den Verein führte. Man begann mit 20 Mitgliedern: Fred Fay, Hans Gafron, Siegfried Grub, Werner Haufe, Edmund Hüther, Friedrich Klees, Karl Kuchenbrod, Ludwig Kuhn, Josef Kunik, Willi Mayer, Ludwig Meister, Ludwig Mootz, Emil Neuhardt, Karl Ohnesorg, Ludwig Otto, Hans Pinkert, Fred Redhammer, Georg Rzany, Fritz Schmid und Sepp Semar. Und die Tendenz war weiter ansteigend: 1959 gehörten schon 30 Schachfreunde dem Verein an, zwei Jahre später wurde zusätzlich eine Jugendabteilung gegründet, die damals sechs Nachwuchsspieler zählte, so dass insgesamt 40 Mitglieder registriert waren. Bereits im Jahr der Wiedergründung nahm eine Mannschaft an den Verbandsspielen teil, seit 1959 gibt es drei Mannschaften des SKZ. In einer Pressemitteilung vom 15. Dezember 1959 wurden die Ergebnisse der vierten Runde der Kreisklasse veröffentlicht. Wenn man sich den Umfang eines in der Tageszeitung „Rheinpfalz“ abgedruckten Berichts über einen Kreisklassen-Spieltag im Jahre 1959 ansieht, so könnte man fast zu dem Schluss kommen, dass Schach seinerzeit ein regelrechter Volkssport gewesen sein musste. In der damaligen Kreisklasse, die noch mit 8er-Mannschaften bestückt war, spielten: Erfweiler, Höheinöd II, SV Pirmasens II, VfB Pirmasens, Waldfischbach II, Winzeln, Zweibrücken II und Zweibrücken III. Während die zweite Mannschaft des SKZ am Ende der Saison in die Bezirksklasse aufstieg, belegte die „Dritte“ nur den vorletzten Rang.

Ein erstes „Frühjahrsturnier“ wurde 1957 in zwei Gruppen ausgespielt. Immerhin 20 Spieler nahmen daran teil. Die Endplatzierungen: Gruppe 1: Verst, Haufe, Schmid, Ohnesorg, Semar, Reubold, Kalnins, Kuhn, Deubel; Gruppe 2: Meister, Neuhardt, Rzany, Pinkert, Gafron, Kuchenbrod, Weber, Klees, Grub, Kunik, Brodda. In einer Zeitungsnotiz über dieses Turnier wurde darauf verwiesen, dass der Verein zwei wöchentliche Spielabende hatte: dienstags im Gasthof Hitschler und samstags (!) im „Kronprinzen“.

Schon zwei Jahre nach der Wiedergründung musste der Schachklub sein Spiellokal in der Fruchtmarktstraße wieder verlassen. Für kurze Zeit genoss man Gastrecht im Wirtshaus „Kronprinz“, ehe 1959 der Umzug in die Gaststätte „Grüner Baum“ anstand. Auch dies wurde keine dauerhafte Bleibe. Bereits 1960 musste sich der Schachklub wieder ein neues Vereinslokal suchen – und hatte Glück: Erwin Stalter, der zweite Vorsitzende, übernahm die elterliche Gastwirtschaft „Rote Laterne“ in der Himmelsbergstraße und sorgte dafür, dass der Schachklub in der Folgezeit stets einen schönen Treffpunkt hatte, wo sich die Freunde des königlichen Spiels sehr wohl fühlten.

Im Jahre 1961 wurde die erste Mannschaft Meister der Bezirksklasse und stieg in die Landesklasse auf. In der Besetzung Fritz Schmid, Edmund Hüther, Ernst Knoll, Rolf Reubold, Karl Ohnesorg, Ludwig Meister, Ernst Brüderle und Karl Sand gab sie keinen einzigen Punkt ab. Die zweite Mannschaft belegte als Aufsteiger immerhin den vierten Platz unter acht Startern.

Für seine großen Verdienste um das pfälzische Schach wurde Edmund Hüther 1961 vom Pfälzischen Schachbund mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Als Spieler und Funktionär hat Hüther im Laufe mehrerer Jahrzehnte sehr viel für das Schach in Zweibrücken und in der Pfalz getan. Seine sportlichen Erfolge aufzuzählen, würde den Rahmen sicher sprengen. Als Funktionär war er von 1929 bis 1932 zweiter Vorsitzender des PSB; auch im Verein hatte er lange Jahre wichtige Ämter inne.

Ein Jahr nach dem Aufstieg in die Landesklasse gab es für die erste Mannschaft erneut Grund zum Feiern: Mit dem Gewinn der Meisterschaft der Landesklasse West (11:1 Punkte) qualifizierte man sich für die Aufstiegskämpfe zur Meisterklasse gegen den Sieger der Landesklasse Ost, SV Worms 1878! Über deren Ausgang ist nichts bekannt, doch der Aufstieg gelang leider nicht: Man spielte auch in den folgenden Jahren weiterhin in der Landesklasse.

Zu Werner Haufe, Wiedergründungsmitglied 1956 und Vereinsmeister 1958, sei noch eine Anmerkung über seine weitere „Schachkarriere“ angebracht: Bereits in den 1950er-Jahren dem Fernschach zugetan, erspielte sich Haufe nach seinem Weggang Richtung Berlin auch in dieser Disziplin beachtlichen Lorbeer. Zwischen 1973 und 1987 nahm er an vier Endrunden zu Deutschen Fernschach-Meisterschaften teil, wobei ihm in der Finalserie 1984/85 sogar ein vierter Platz unter 13 Teilnehmern glückte. Haufe errang daneben auch die Titel Nationaler Fernschachmeister (1985), Internationaler Fernschachmeister (1992) und Verdienter Internationaler Fernschachmeister (1999).

Wieder ein Schachkongress in Zweibrücken

Im Jahre 1963 (vom 19. bis 26. Mai) war der Schachklub Zweibrücken Ausrichter des 32. Pfälzischen Schachkongresses. Gespielt wurde damals an zwei verschiedenen Orten: An den ersten vier Tagen im Vereinslokal „Rote Laterne“ und danach in der Festhalle. Die Kongressleitung oblag Edmund Hüther, Siegfried Grub und Edmund Michel; Turnierleiter waren Friedrich Vater und Hans Pinkert; die Kasse verwaltete Josef Kunik. Es gab ein Meisterturnier, ein Meisteranwärterturnier, ein Hauptturnier, ein Nebenturnier, ein Damenturnier, ein Seniorenturnier und ein Blitzturnier. Für Hängepartien wurde viel Zeit gelassen, doch auch unter der Rubrik „Sonderveranstaltungen“ gab es Interessantes: eine Besichtigungsfahrt am Mittwochnachmittag, ein Vortrag von Dr. Lauterbach aus Heidelberg am Freitagabend und ein großer Festabend mit Ehrungen und Tanz am Samstag. Interessant auch ein Hinweis unter den Turnierbestimmungen: Remis war vor dem 30. Zug nicht erlaubt!

Besonders erwähnenswert ist überdies die viel beachtete Simultanveranstaltung mit Großmeister Wolfgang Unzicker in der Festhalle. Wobei der Jurist aus Bayern keineswegs der erste Meisterspieler war, der in Zweibrücken seine Visitenkarte abgab. Vor ihm weilten auch schon Richard Reti, Efim Bogoljubow, Friedrich Sämisch, Rudolf Spielmann und Wilhelm Gudehus zu Simultanveranstaltungen in der Rosenstadt.

Der langjährige Spielleiter des Bezirks V, Dr. Hans Schmitt, bezeichnete den Zweibrücker Kongress als einen der teilnehmerschwächsten, lobte aber Programmgestaltung und Ablauf. Das Ziel der Kongressvergabe an Zweibrücken lautete: „Propagandistische Schützenhilfe für junge, aufstrebende Vereine!“

Neben dem Kongress richtete der SKZ im gleichen Jahr auch die Pfälzischen Jugendmeisterschaften aus.

In der Folgezeit wurde es insgesamt etwas ruhiger um den Zweibrücker Schachklub. Es gab zwar weiterhin schöne Turniererfolge, doch war die Zeit spektakulärer Umbrüche und bedeutender Veränderungen, wie man sie bis dato eigentlich immer erlebt hatte, vorbei. Das Vereinsleben blieb nach wie vor lebendig, es wurden Feste gefeiert, Ausflüge unternommen und sogar Jugendfreizeiten durchgeführt. Ein Fotoalbum in der vereinseigenen Bibliothek erinnert noch heute daran. Und es wurde weiterhin eifrig Schach gespielt – mit teilweise beachtlichem Erfolg: Als 1965 die Vorrunde der Deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaft ausgetragen wurde, gehörte Norbert Michel der pfälzischen Auswahl an. Mit seinen 2,5 Punkten, die er damals holte, war er als zweitbester Spieler seines Teams maßgeblich am guten Abschneiden der Pfalzauswahl beteiligt, die immerhin einen zweiten Platz belegte. Und auch die Vereinsmannschaften des SKZ waren nicht schlecht: Als 1966 die Regionalliga neu eingeführt wurde, war Zweibrücken sogleich mit von der Partie und kämpfte in den folgenden sechs Jahren auf höchster pfälzischer Ebene um Punkte und (möglichst gute) Platzierungen. Auch die zweite Mannschaft des SKZ machte 1966 von sich reden, gelang ihr doch erstmals der Aufstieg in die Landesklasse West! Leider währte ihr Glück nur ein Jahr, dann musste die „Zweite“ wieder in die Bezirksklasse zurück. Es ist überliefert, dass sie in der Landesklasse häufig vom Pech verfolgt und oft nur knapp unterlegen war, doch 1:15 Mannschaftspunkte sprechen eine deutliche Sprache. In der folgenden Saison „durfte“ sich Zweibrücken II dann in der Bezirksklasse gleich mit Konkurrenz aus dem eigenen Lager messen, denn 1967 stieg die dritte Mannschaft erstmals in die Liga auf, in welche die zweite gerade abgestiegen war. Auch für Zweibrücken III erwies sich die Höhenluft nach dem Aufstieg als zu dünn – 1968 erfolgte postwendend die Rückkehr in die Kreisklasse. Erfreulicher war da schon der zweite Rang von Norbert Michel im Hauptturnier des Kongresses.

Von 1969 bis 2013 trug der SKZ regelmäßig im Rahmen der Städtepartnerschaft Zweibrückens mit der französischen Hafenstadt Boulogne-sur-Mer Vergleichskämpfe gegen den Cercle Boulonnais des Échecs aus. Es entwickelten sich dabei über die Jahre hinweg teilweise schöne freundschaftliche Beziehungen unter den Mitgliedern beider Vereine. Das allgemein immer mehr nachlassende Interesse der Sport- und Kulturvereine an den ursprünglich jährlichen Pfingstbegegnungen war irgendwann auch beim SKZ und seinem französischen Partnerverein zu spüren. Parallel dazu zog sich die Stadt Zweibrücken aus der Organisation der Pfingsttreffen weitgehend zurück. Die Folge: Seit 2015 gibt es keine Freundschaftsspiele mehr zwischen dem SKZ und dem Cercle Boulonnais des Échecs.

Nachdem das Hotel „Löwenburg“ („Rote Laterne“) 1970 an andere Pächter übergeben worden war, die mit dem Schachspiel offenbar wenig im Sinn hatten, musste nach zehn Jahren der beständigen Sesshaftigkeit wieder ein neues Quartier gefunden werden. Und auch diesmal hatte der Schachklub großes Glück: Für mehr als ein Vierteljahrhundert war das Hotel Löhle in der Poststraße 22 fortan die Heimat der Denksportler. Paula Sebald, die langjährige Inhaberin des Hotels, brachte für die Belange der Schachspieler immer viel Verständnis auf, wofür ihr die Mitglieder des Vereins stets sehr dankbar waren. Kurz nach dem Tod von Frau Sebald im Februar 1997 wurde das Hotel Löhle für immer geschlossen.

Durch einstimmiges Votum gab sich der SK Zweibrücken in seiner Jahreshauptversammlung vom 21. Juni 1974 erstmals eine geschriebene Satzung, die in erster Linie Bestandteile aus vorangegangenen Beschlüssen der Vorstandschaft beziehungsweise der Mitgliederversammlungen enthielt. Als Zweck des Vereins wurde die Pflege des königlichen Spiels festgeschrieben – und zwar vorrangig auf Grund seiner künstlerischen und logischen Schönheit. Eine grundlegende Satzungsänderung erfolgte dann erst im Zuge der Umwandlung des SK Zweibrücken in einen eingetragenen Verein; diese neue Satzung erlangte am 12. September 1998 Gültigkeit (überarbeitete Fassung: 17. Januar 2004).

Anfang der 1970er-Jahre gab es vom SK Zweibrücken ansonsten hauptsächlich über Veränderungen von Ligazugehörigkeiten zu berichten. So stieg die zweite Mannschaft 1970 wieder in die Landesklasse auf, um sie dann aber nach einjährigem Gastspiel wieder verlassen zu müssen. Diesem Abstieg folgte ein weiteres Jahr später der Gang der ersten Garnitur des SKZ von der Regionalliga hinunter in die Landesklasse.

Jugendarbeit wurde stets groß geschrieben

Das Jugendschach in Zweibrücken stand in der Zeit um 1974 in voller Blüte. Erstmals in der Vereinsgeschichte überwog die Zahl der jugendlichen Vereinsmitglieder im Vergleich zu den Erwachsenen (30 zu 24). Als Grund für diese erfreuliche Entwicklung ist eine gezielte und intensive Werbung für das Jugendschach zu nennen, die sich unter anderem in der Durchführung von Stadt-Jugendmeisterschaften zeigte. Derartige Turniere wurden bis 1983 häufig ausgetragen, was regelmäßig der Jugendabteilung des Schachklubs zugute kam. Eine Neuauflage scheiterte 1990 am mangelnden Interesse der Zweibrücker Jugend. Ein weiterer Grund für den enormen Aufschwung des Jugendschachs Mitte der 70er-Jahre ist auch in der erfolgreichen Arbeit des damaligen Jugendleiters Karl Kuchenbrod zu sehen, der die Nachwuchsabteilung des SKZ 20 Jahre lang führte. Dass man beim PSB einen solchen Eifer zu würdigen wusste, zeigte sich 1979, als dem SK Zweibrücken die ehrenvolle Aufgabe zuteil wurde, die Pfälzischen Schülermeisterschaften ausrichten zu dürfen.

Die Jahre 1975 bis 77 waren schachlich gesehen die große Zeit von Barbara Paulsen. 1975 wurde sie Pfälzische Mädchenmeisterin, ein Jahr später verteidigte sie diesen Titel erfolgreich und wurde zudem beim Kongress Vize-Pfalzmeisterin (nach Stichkampf-Niederlage). 1977 spielte sie am Damenbrett der Pfalzauswahl bei den Deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften mit (Platz 6 unter 14 Teams). Und erneut wurde Barbara Paulsen beim Kongress Vizemeisterin der Damen auf Pfalzebene. Ebenfalls erfolgreich bei den Pfalzmeisterschaften: Hans Herbig, der im Meisteranwärterturnier einen zweiten Rang belegte.

Vereinsintern gab es 1977 schließlich auch noch einen Titel zu feiern: Die zweite Mannschaft wurde Meister der Bezirksklasse und stieg wieder in die Landesklasse auf, wo sie sich immerhin zwei Jahre lang behaupten konnte. Für die dritte Mannschaft gab es dann 1980 einen „Tapetenwechsel“, als sie in die Bezirksklasse aufstieg, in der sie aber nur ein Jahr verweilen durfte.

04 1980er–1990er Der SK Zweibrücken in den 80er- und 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts

1982 zeigte sich dann endlich wieder ein Aufschwung innerhalb der ersten Mannschaft, die mit 18:0 Punkten Meister der Landesklasse West wurde und nach zehnjähriger Abstinenz in die Regionalliga zurückkehrte. Dort spielte sie zunächst beständig gegen den Abstieg, ehe 1985 ein fast sensationeller dritter Rang erkämpft werden konnte. Neben der Vizemeisterschaft aus dem Jahre 1995 war dies die beste Platzierung, die je eine Zweibrücker Mannschaft in Verbandsspielen erzielt hat. Leider brach das Team dann schon im darauffolgenden Jahr auseinander, so dass weitere Erfolge zunächst einmal ausblieben: 1986 stieg die „Erste“ aus der Regionalliga ab, um bis 1992 immer wieder in der ersten Tabellenhälfte der Landesklasse mitzumischen, ohne jedoch den Wiederaufstieg zu schaffen. Der kam erst durch die Einführung der 2. Rheinland-Pfalz-Liga zu Stande, als die vier Erstplatzierten der Landesklasse in die „neue“, nicht mehr so starke Regionalliga aufsteigen durften. In dieser Spielklasse etablierte sich Zweibrücken I recht gut; 1995 verpasste man den Aufstieg auf Rheinland-Pfalz-Ebene nur sehr knapp. Dann aber kam erneut ein Bruch: Nach dem Weggang von Hannes Callam und Andreas Scheske zu höherklassigen Vereinen (1997) hatte man nicht mehr genügend Substanz, um sich erfolgreich behaupten zu können. Die Folge: der Abstieg in die 2. Pfalzliga West. Dort versuchte man einen Neuaufbau, der allerdings nicht in dem Maße glückte, wie man sich das vorgestellt hatte. Immer wieder musste man auch in dieser tieferen Spielklasse gegen den Abstieg kämpfen, und in der Saison 2000/2001 reichte einfach die spielerische Substanz nicht mehr aus, um die Liga zu halten: Nach 40 (!) Jahren, in denen man ausschließlich in der 1. oder 2. Pfalzliga (diese hießen bis 1997 Regionalliga und Landesklasse) gespielt hatte, folgte der bittere Absturz in die Bezirksliga Südwest.

Natürlich gab es in den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts auch immer wieder herausragende Turnierergebnisse in Einzelwettbewerben. So wurde Karl Kuchenbrod 1984 Pfalzmeister der Senioren. In den Jahren 1985 und 1990 wurde er immerhin Vizemeister. Überdies feierten einige unserer Jugendlichen (insbesondere Hannes Callam, Martin Lenhard und Andreas Scheske) schöne Erfolge auf Pfalz- und sogar Rheinland-Pfalz-Ebene. Es würde zu weit führen, die Titel alle aufzuzählen, herausragend war jedoch der 13. Platz von Hannes Callam bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der U13 im Jahre 1992 (bei mehr als 100 Teilnehmern).

Einer der größten Mannschaftserfolge für den SK Zweibrücken darf jedoch nicht unerwähnt bleiben; er gelang 1996 mit einer Vierer-Jugendmannschaft: Die Spieler Hannes Callam, Marcus Kämmer, Martin Lenhard und Andreas Scheske machten den SKZ zum Rheinland-Pfalz-Meister der U20!

1997 stand der SKZ plötzlich vor dem Problem, sich nach 27 Jahren ein neues Vereinslokal suchen zu müssen. Nach dem Tod seiner Inhaberin schloss das Hotel Löhle im März seine Pforten, und die Zweibrücker Denksportler waren vorübergehend „obdachlos“. Als neues Domizil diente dem Schachklub schließlich für die nächsten zwei Jahre das Kaminzimmer des Reit- und Fahrvereins Zweibrücken in der Gestütsallee, wo der SKZ jedoch nie richtig heimisch werden konnte. Im April 1999 beschloss daher eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit überwältigender Mehrheit den Umzug ins Gasthaus „Zum Roten Ochsen“ in Zweibrücken-Ixheim. Dort stellte es sich allerdings als nicht unerhebliches Problem heraus, dass der Spielabend vom seit Jahrzehnten angestammten Freitag auf den Donnerstag verlegt werden musste. Die Folge: Die Besucherzahlen beim Klubabend waren schon bald stark rückläufig.

Über unser wohl prominentestes Vereinsmitglied, den Problemkomponisten P. A. Orlimont, wurde 1991 von Hermann Weißauer, dem Problemschach-Referenten des Pfälzischen Schachbundes, eine Monografie veröffentlicht, die den Lebensweg des Dr. Ernst Krieger, wie P. A. O. mit bürgerlichem Namen hieß, eindrucksvoll nachzeichnet. In der vereinseigenen Bibliothek ist dieses schöne Buch vorhanden; es lohnt sich sicher, einmal hineinzuschauen.

05 2002–2026 Daten aus der jüngsten Vereinsgeschichte

Am sportlichen Tiefpunkt angelangt, feierte die erste Mannschaft in der Bezirksliga Südwest 2002 neben der Meisterschaft und der damit verbundenen sofortigen Rückkehr in die 2. Pfalzliga West auch den Gewinn des Ligapokals. Als Wiederaufsteiger schaffte man mit Rang sechs souverän den Klassenerhalt, und in der Saison 2003/04 kam man sogar überraschend auf den dritten Platz. Der beruflich bedingte Weggang eines Spitzenspielers hatte in der darauffolgenden Saison jedoch zur Konsequenz, dass die Mannschaft als Achtplatzierter knapp den Klassenerhalt verfehlte und wieder in die Bezirksliga absteigen musste. Nachdem binnen Jahresfrist der direkte Wiederaufstieg geschafft war, stabilisierte sich Zweibrücken I in den folgenden Jahren in der 2. Pfalzliga West. In der Saison 2009/10 sicherte man sich sogar die Vizemeisterschaft. Durch den nachträglichen Rückzug des SK Erfenbach aus der 1. Pfalzliga wurde dort überraschend ein Platz frei, den die Rosenstädter ausfüllen durften. Erstmals seit der Spielzeit 1997/98 war man in der höchsten pfälzischen Klasse vertreten, doch es blieb bei einem einjährigen Gastspiel: Dem sensationellen Auftaktsieg gegen den SC Schifferstadt folgten acht (teils unglückliche) Niederlagen in Serie, womit der SKZ am Ende der Saison 2010/11 Schlusslicht war und wieder in die 2. Pfalzliga West zurückkehren musste, wo man ein Jahr später den vierten Rang belegte und nur um einen Punkt die Vizemeisterschaft verpasste. In den Folgejahren konnte man an dieses Resultat jedoch nicht mehr anknüpfen. Vielmehr kämpfte der SKZ nun regelmäßig gegen den Abstieg. Von 2012 bis 2014 war dieser Kampf jeweils von Erfolg gekrönt (auch wenn bis zum Saisonende gezittert werden musste), doch nach der Spielzeit 2014/15 war der dritte Abstieg in die Bezirksliga innerhalb von 14 Jahren perfekt. Die Dramatik der Schlussrunde dürfte den Beteiligten wohl noch lange in Erinnerung bleiben: Gegen den TV Winnweiler, bis dato hinter den Rosenstädtern platziert, hätte ein 4:4 zum Klassenerhalt gereicht. Doch die Begegnung endete mit einer 3,5:4,5-Niederlage, womit Winnweiler noch auf Rang fünf (also in die erste Tabellenhälfte) kletterte, während der SKZ auf den letzten Platz abstürzte. Hätten die Zweibrücker nur einen Brettpunkt mehr geholt und somit 4,5:3,5 gewonnen, wären sie selbst auf Position fünf der Abschlusstabelle gelandet und hätten mit der Abstiegsfrage nichts mehr zu tun gehabt. Nicht weniger dramatisch gestaltete sich im folgenden Jahr der Aufstiegskampf in der Bezirksliga West. Vor der letzten Runde lagen vier Mannschaften mit jeweils 12:4 Punkten an der Tabellenspitze; zwischen dem Ersten und dem Vierten gab es lediglich eineinhalb Brettpunkte Differenz. Und auch in der Schlussrunde gab sich das Spitzenquartett keine Blöße; alle vier Mannschaften siegten. Dank des höchsten Tageserfolgs (6,5:1,5 gegen Absteiger SC Thallichtenberg II) sicherte sich der SKZ die Meisterschaft und den Wiederaufstieg in die 2. Pfalzliga West.

In der Saison 2016/17 gelang der ersten SKZ-Mannschaft dann ein nie für möglich gehaltener Coup: Angetreten mit dem Ziel „Klassenerhalt in der 2. Pfalzliga West“, gewannen die Rosenstädter ein Spiel nach dem anderen. Nach sechs Runden hatte man 12:0 Punkte und drei Zähler Vorsprung vor dem Tabellenzweiten. Eine klare 2:6-Niederlage am siebten Spieltag machte das Rennen noch einmal spannend, doch danach gaben sich die immer selbstbewusster werdenden Zweibrücker keine Blöße mehr, siegten in den beiden letzten Runden und feierten mit 16:2 Zählern den Durchmarsch von der Bezirksliga West in die 1. Pfalzliga! Es war dies der erste Meistertitel für den SKZ in der 2. Pfalzliga nach exakt 35 Jahren.

In der höchsten pfälzischen Spielklasse hielt sich der SKZ bis zum vierten Spieltag im Mittelfeld der Tabelle (3:5 Punkte), danach ging es indes steil abwärts: Bis zum Saisonende gab es keinen weiteren Punktgewinn mehr. Die Abstiegsfrage wurde aber erst am letzten Spieltag entschieden: Sowohl der SKZ als auch Pirmasens II verfügten über je 3:13 Mannschaftspunkte, bei den Brettpunkten hatte Zweibrücken mit 24:23 knapp die Nase vorn. Nur ein Team musste absteigen, aber welches? Beim Saisonfinale unterlagen beide Mannschaften ihren jeweiligen Gegnern: Zweibrücken 2,5:5,5 und Pirmasens II 3:5. Somit verteidigte der wackere Aufsteiger aus der Rosenstadt mit einem halben Brettpunkt Vorsprung seinen neunten Tabellenrang, der zum Klassenverbleib ausreichte.

Auch in der Spielzeit 2018/19 kämpfte der SKZ in der 1. Pfalzliga bis zur letzten Runde gegen den Abstieg. Erneut landete man auf Rang neun, diesmal mit 4:14 Zählern. Und wieder genügte der vorletzte Platz zum Erhalt der Ligazugehörigkeit. Die beiden letzten Saisonrunden waren dabei von echten Extremen gekennzeichnet: Zunächst gelang beim 6,5:1,5 gegen den SC Hassloch der höchste Sieg einer SKZ-Mannschaft in der 1. Pfalzliga seit mehr als 20 Jahren, ehe in der Schlussrunde beim 0:8 gegen den SK Ludwigshafen II trotz Vollzähligkeit die höchste denkbare Niederlage quittiert werden musste.

In der Saison 2019/20, deren vorzeitiges Ende durch die aufkommende Corona-Pandemie bedingt war, reichte es dann nicht mehr zum erneuten Klassenerhalt. Nach acht von neun ursprünglich vorgesehenen Runden belegte der SKZ mit 2:14 Punkten abgeschlagen den letzten Tabellenplatz. Auf die Austragung der letzten Runde verzichtete der PSB angesichts der Pandemie, die einen geregelten Spielbetrieb nicht mehr zuließ.

Auf Grund der Einschränkungen, die Corona mit sich brachte, konnten die Ligaspiele 2020/21 nicht wie gewohnt durchgeführt werden. Auch von der angedachten „Ersatzliga“ mit reduzierter Mannschaftsstärke musste der PSB absehen, da die (ständig aktualisierten) rheinland-pfälzischen Corona-Bekämpfungsverordnungen die Austragung sportlicher Wettkämpfe in Innenräumen entweder untersagten oder nur unter schwierigsten Bedingungen gestatteten.

Erst ab der Saison 2021/22 konnte der Mannschaftsspielbetrieb wieder anlaufen, allerdings nicht mehr in dem Umfang wie vor der Pandemie. Angesichts personeller Engpässe zahlreicher Vereine konnten nun viele Spielklassen nicht mehr vollständig besetzt werden; Mannschaften traten häufig nur noch dezimiert an. Auch der SKZ bekam diese Entwicklung zu spüren: Erstmals seit über 60 Jahren konnte der Verein lediglich noch ein einziges Team in die Ligarunde entsenden! Bestückt mit 16 Spielern, ging diese Mannschaft in der 2. Pfalzliga West an den Start, wo sie oft ersatzgeschwächt (oder gar in Unterzahl) antreten musste und am Ende mit 9:9 Punkten auf Rang fünf landete.

In der Spielzeit 2022/23 lief es keineswegs besser: Die einzige SKZ-Mannschaft musste erneut gegen Personalmangel ankämpfen, erlitt dadurch mehrfach unnötige Punktverluste und beendete die Saison erneut mit 9:9 Zählern, diesmal allerdings auf Platz sechs.

Weitaus positiver entwickelte sich dann die Saison 2023/24. Erstmals nach der Pandemie konnten wieder drei Mannschaften ins Rennen geschickt werden. Die „Erste“ trat in der 2. Pfalzliga West deutlich stabilisierter auf als in den Vorjahren und setzte sich früh in der Spitzengruppe fest. In der vorletzten Runde hätte der SKZ als Tabellenzweiter (12:2) gegen den Spitzenreiter SC Niederkirchen (13:1) mit einem Sieg Rang eins erklimmen können, doch mit sehr viel Pech verfehlte der SKZ dieses Ziel hauchdünn (4:4), so dass die letztlich errungene Vizemeisterschaft einen bitteren Beigeschmack hatte.

Ähnlich unglücklich agierten die Rosenstädter in der darauffolgenden Spielzeit: Lange führte der SKZ die Tabelle an und durfte vom Aufstieg träumen. In der letzten Runde jedoch kam man gegen einen schlagbaren Gegner wieder nicht über ein 4:4 hinaus, so dass der SK Kaiserslautern III quasi auf der Ziellinie noch nach Mannschaftspunkten gleichziehen konnte und den SKZ nach Brettpunkten um einen halben Zähler überflügelte.

Doch wie heißt es so schön: Alle guten Dinge sind drei. Nach einer sportlich fabelhaft verlaufenden Saison 2025/26 wurde der SKZ mit 18:0 Punkten und satten sieben Zählern Abstand zum Zweitplatzierten Meister der 2. Pfalzliga West und stieg zum insgesamt siebten Mal in die 1. Pfalzliga auf. Bemerkenswert: Wegen ständigen Personalmangels kamen neben den zehn für das Team gemeldeten Spielern nicht weniger als acht Aktive aus der zweiten und dritten Mannschaft zum Einsatz. Diese erwiesen sich mit 11,5 von 13 möglichen Zählern als ausgesprochen stark.

Wechselnde Spiellokale

Nachdem sich der Donnerstag als neuer Termin für den Spielabend (seit 1999) nicht richtig durchsetzen konnte, sahen es viele Klubmitglieder im Jahre 2004 als große Chance an, in ein in Eigenregie betriebenes Vereinsheim umzuziehen. Die Mitgliederversammlung beschloss am 10. September 2004 mit großer Mehrheit den Wechsel vom „Roten Ochsen“ in die ehemalige „Corso-Bar“ in der Alten Ixheimer Straße 39. Zwar konnte der Spielabend dort endlich wieder freitags stattfinden, und die Mitgliederzahlen stiegen – nicht zuletzt dank vieler Neueintritte im Jugendbereich – auf ein Rekordniveau (2007 zählte der SK Zweibrücken vorübergehend über 90 Mitglieder), doch traten am Vereinsheim bald gravierende bauliche Mängel auf, die den Denksportlern sehr zu schaffen machten. Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2008 zeigte sich deswegen unter den SKZlern eine immer größer werdende Unzufriedenheit.

Zu Beginn des Jahres 2009 bot sich dem Schachklub dann die Möglichkeit, im Melanchthonheim in der Zweibrücker Herzogstraße eine neue Heimat zu finden. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung entschied mit 15 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen, dass der SKZ in das historische Gebäude in Rathausnähe umziehen solle. Im April 2009 wurde der Beschluss schließlich in die Tat umgesetzt. Fortan „residierte“ der SK Zweibrücken 16 Jahre lang in einem Gebäude, das im 18. Jahrhundert kurzzeitig dem späteren Bayernkönig Maximilian Joseph gehört hatte, ehe es an den pfalz-zweibrückischen Herzog Karl II. August verkauft wurde. Im Juni 2025 musste der SKZ das Melanchthonheim dann ebenso überraschend wie kurzfristig (binnen elf Tagen) verlassen, nachdem das städtische Bauamt die weitere Nutzung des Gebäudes auf Grund von Brandschutzmängeln untersagt hatte.

Im August 2025 zogen die Zweibrücker Denksportler dann in neue Räumlichkeiten am Schlossplatz, womit sie nun in sehr zentraler Lage zuhause sind.

Zwei Kongresse innerhalb von nur neun Jahren

Als ein vorgezogenes Geschenk zum 100-jährigen Vereinsjubiläum wurde dem SK Zweibrücken die Ausrichtung des 73. Pfälzischen Schachkongresses übertragen, der vom 2. bis 10. April 2004 in der Aula des Zweibrücker Hofenfels-Gymnasiums stattfand. An den sieben mehrtägigen und fünf eintägigen Turnieren nahmen insgesamt rund 300 Schachfreunde aus der Pfalz und den umliegenden Regionen teil. Der Kongress zeichnete sich durch einen reibungslosen Verlauf aus und war im Vereinsleben des SKZ zweifellos das herausragendste Ereignis seit vielen Jahrzehnten. Während der Eröffnungsfeier wurde dem Klub der Ehrenteller des Pfälzischen Schachbundes verliehen. Zum Abschluss der Großveranstaltung lobte Landesspielleiter Klemens Ranker die Arbeit der Organisatoren und erklärte, ihm habe der Kongress in Zweibrücken gefallen.

Nur neun Jahre später, vom 22. bis 30. März 2013, fand der Pfalzkongress erneut – zum insgesamt vierten Mal – in Zweibrücken statt. In der Hofenfels-Aula konnten diesmal fast 600 Schachbegeisterte begrüßt werden. Unter ihnen befand sich sogar ein amtierender Deutscher Meister (in der Disziplin Schnellschach). Dank der Erfahrung und Routine, die man beim Kongress 2004 gesammelt hatte, konnten die Verantwortlichen des SKZ und ihre zahlreichen Helferinnen und Helfer abermals eine Veranstaltung auf die Beine stellen, die viel Lob und Anerkennung erntete. So schrieb zum Beispiel PSB-Präsident Bernd Knöppel in einem Dankesbrief: „Sie haben einen sehr guten Schachkongress in Zweibrücken organisiert, der uns in hervorragender Erinnerung bleiben wird.“

Intensive Jugendarbeit trägt Früchte

Schon seit geraumer Zeit konnte man beobachten, dass die Zahl der Vereine im Schachbezirk V immer weiter sank. Die Gründe hierfür waren vielfältig, doch fast immer war die fehlende Jugendarbeit einer davon. Beim SK Zweibrücken hat die Nachwuchsförderung traditionell einen hohen Stellenwert, und so verwundert es nicht, dass sich dieser Verein – entgegen der allgemeinen Tendenz – bei den Mitgliederzahlen stets auf einem hohen Niveau bewegte. Speziell die Jugendabteilung wuchs in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts rasant. 2011/12 und 2012/13 verfügte der SKZ sogar über die größte Nachwuchsabteilung im Bereich des Pfälzischen Schachbundes!

Dabei glänzte unser Verein nicht nur quantitativ, sondern immer wieder auch qualitativ. So gelang es 2003 den beiden Nachwuchsakteuren Laurin Döll und Lucas Ruhstorfer, sich über die Offene U10-Pfalzmeisterschaft für die Rheinland-Pfalz-Titelkämpfe dieser Altersklasse zu qualifizieren. Dort belegten sie die Plätze fünf (Laurin) und 19 (Lucas).

Laurin Döll qualifizierte sich damit für die Deutschen Meisterschaften der U10. Bei den nationalen Titelkämpfen wurde er 42. in einem Feld von 90 Teilnehmern.

Auch 2004 glückte ihm der Sprung zu den Deutschen Meisterschaften, die er als 32. unter 88 Teilnehmern der U10 abschloss.

Auf Pfalzebene konnte die U12-Vereinsmannschaft des SKZ 2005 mit 6:0 Punkten ungeschlagen Platz eins erobern, ehe man bei den rheinland-pfälzischen Titelkämpfen überraschend Vizemeister wurde (wobei es lange Zeit so ausgesehen hatte, als könne das Quartett aus der Westpfalz sogar Platz eins in der Endabrechnung belegen).

2006 schaffte es Steffen Sax, bei den Pfälzischen Jugend-Einzelmeisterschaften in der Altersklasse U18 den Vizemeister-Titel zu erringen. 2007 wurde Martin Grünter auf dem Pfälzischen Schachkongress in Grünstadt Sieger im Jugendturnier der U14. Im Hauptturnier III belegte Martin den zweiten Platz. Im gleichen Jahr konnte er zudem bei den Deutschen Jugendmeisterschaften den sechsten Rang in der U14 erreichen, womit er alle Erwartungen übertraf. 2008 wurde Martin sowohl bei den Pfalz-Einzelmeisterschaften also auch bei Einzelmeisterschaften der Schachjugend Rheinland-Pfalz in der Altersklasse U16 souverän Meister, konnte jedoch auf Bundesebene „nur“ Rang 20 ergattern.

Jonathan Hartzendorf gelang es 2011, die Pfalzmeisterschaft der U16 für sich zu entscheiden und im Blitzturnier der gleichen Altersklasse den Vizemeistertitel zu holen. Die anschließenden Rheinland-Pfalz-Meisterschaften beendete Jonathan auf dem sechsten Rang.

2026 vertrat Leon Oremek die Farben des SKZ bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der U10. Als 52. der Setzliste gestartet, kam er nach neun Runden auf dreieinhalb Zähler und Platz 47.

Die U16-Mannschaft des SKZ belegte 2011 bei den Pfälzischen Mannschaftsmeisterschaften in ihrer Altersklasse den zweiten Platz.

Um Nachwuchskräfte für den Verein zu gewinnen, reicht es längst nicht, nur darauf zu warten, bis interessierte Kinder und Jugendliche den Weg ins Klublokal finden. Man muss die junge Zielgruppe gewissermaßen „abholen“. Dies tut der SK Zweibrücken zuweilen im Rahmen diverser Schulschach-Arbeitsgemeinschaften, die von engagierten Vereinsmitgliedern betreut werden. Nicht selten gelingt es auf diese Weise, Schülerinnen und Schüler dazu anzuregen, ihr neu erworbenes Theoriewissen aus der Schulschach-AG im Vereinstraining weiter auszubauen. Eigens auf Pfalz-, Rheinland-Pfalz- und Bundesebene durchgeführte Schulschach-Meisterschaften bieten einen weiteren Anreiz, sich intensiv mit den tiefgründigen Geheimnissen des „königlichen Spiels“ zu beschäftigen. Und auch der SKZ profitiert von den AGs, denn die Kinder und Jugendlichen, die dem Verein beitreten, werden natürlich auch in dessen Mannschaften eingesetzt.

Gerade dem Jugendalter entwachsen, sorgte Sebastian Knerr bei den Offenen Deutschen Juniorenmeisterschaften 2019 für einen Paukenschlag: Von Setzlistenplatz 43 aus gestartet, erkämpfte sich Sebastian in der Kategorie U25B unter 118 Teilnehmern sensationell die Vizemeisterschaft! Nach durchwachsenem Start mit 1,5 aus 3 gelangen dem SKZ-Akteur sechs Gewinnpartien in Folge, so dass er nach Brettpunkten noch zum Deutschen Meister aufschließen konnte, bei der Buchholz-Wertung jedoch zweiter Sieger blieb.

In der Folgezeit sorgte ein weiterer Jugendspieler für positive Schlagzeilen: David Schwarz. Bei der U12-Rheinland-Pfalz-Meisterschaft 2020 wurde er auf Anhieb Vizemeister und qualifizierte sich für die Deutsche Meisterschaft in der entsprechenden Altersklasse. Hier belegte David unter 56 Teilnehmenden Rang 38, was angesichts von Setzlistenplatz 50 durchaus als Erfolg gewertet werden kann.

Seit 2022 Mitglied des Jugendkaders Rheinland-Pfalz, sicherte sich David zum Jahresende die Pfalzmeisterschaft der U16.

In der Saison 2022/23 ließ David Schwarz innerhalb von nur einer Woche gleich zweimal aufhorchen: Nachdem er Ende Februar 2023 erstmals SKZ-Vereinsmeister geworden war (als jüngster Spieler, zumindest in der Nachkriegs-Klubgeschichte), sicherte er sich sieben Tage später auch den entsprechenden Titel in der Kategorie Schnellschach. Letzteren vermochte das Nachwuchstalent ein Jahr später erfolgreich zu verteidigen. Zum Ende des Jahres 2024 durfte sich David schließlich über seinen ersten Meistertitel beim Weihnachtsblitzen des SKZ freuen.

Ein sehr starkes Resultat erzielte Pascal Laag 2026 bei der Offenen Deutschen Juniorenmeisterschaft B in Willingen. Unter 80 Teilnehmenden war er bester Rheinland-Pfälzer – mit fünfeinhalb von neun möglichen Punkten und Platz 14. Gestartet war er von Setzlistenposition 33 aus.

Erfolge im Mädchen- und Frauenschach

Im Mädchen- und Frauenschach gab es in den vergangenen Jahren – nach langer Durststrecke – endlich wieder schöne Erfolge zu vermelden: Katharina Peetz wurde in den Jahren 2000 und 2001 jeweils Bezirks-Jugendmeisterin der U18w; neben dem Pfalzmeistertitel ihrer Altersklasse konnte sie 2002 auch den dritten Platz auf Rheinland-Pfalz-Ebene erringen. Verena Wolf siegte 2001, 2002, 2003 und 2004 auf Bezirksebene in ihrer jeweiligen Altersklasse, bei den Pfalzmeisterschaften 2002 beziehungsweise 2003 belegte sie respektable dritte Plätze, 2005 wurde sie Vize-Pfalzmeisterin der U18w, und als Nachrückerin erzielte sie 2004 bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der U18w den vierten Rang. Mit einem halben Punkt mehr wäre sie hier Vizemeisterin geworden.

Beim Pfälzischen Schachkongress 2004 in Zweibrücken gelang es Verena Wolf ebenfalls, einen Glanzpunkt zu setzen: Im Damenturnier holte sie sensationell die Vizemeisterschaft – punktgleich mit der Pfalzmeisterin, aber mit der schlechteren Buchholz-Wertung. Im gesamten Turnierverlauf (sieben Runden) kassierte Verena nur eine Niederlage, remisierte gegen die Titelverteidigerin und schlug in der Schlussrunde sogar den Zweiten der SKZ-Rangliste. Dies war der größte Erfolg für eine SKZ-Spielerin bei einem Kongress seit dem zweiten Platz von Barbara Paulsen im Jahre 1976.

Beim Kongress 2005 in Dahn gab es dann gleich wieder eine Vize-Pfalzmeisterschaft bei den Damen zu bejubeln. Diesmal war es Katharina Peetz, die es zu diesem Erfolg brachte. Während des siebenrundigen Turniers konnte sie sich sogar lange Zeit Chancen auf den Titelgewinn ausrechnen, doch am Ende reichte es leider nicht ganz für den großen Wurf.

Im Blitzschach war es wenige Wochen zuvor Verena Wolf, die zu glänzen wusste: Bei den Pfalzmeisterschaften 2005 in Zweibrücken-Ixheim wurde sie Meisterin der U18w.

2007 konnte sich Katharina Peetz beim Pfälzischen Schachkongress in Grünstadt gegen die gesamte Konkurrenz durchsetzen und holte sich erstmals die Pfalzmeisterschaft. 2008 wurde Katharina auf dem Schachkongress in Landau zum zweiten Mal nach 2005 Vize-Pfalzmeisterin und belegte 2009 beim Kongress in Hassloch den dritten Rang in der Damenwertung.

Im Jugendbereich gab es 2009 auf Rheinland-Pfalz-Ebene einen großen Erfolg für ein Mädchen aus Zweibrücken-Mörsbach: Mira Ruhstorfer belegte in der Altersklasse U8 den zweiten Platz in der Mädchenwertung.

Zwei Jahre später war es Leonie Höh vom SK Zweibrücken, die in der U8 sogar den Meistertitel auf Rheinland-Pfalz-Ebene erobern konnte. Diesem ließ sie 2012 und 2013 jeweils den Pfalzmeistertitel in der U10w folgen. Bei den Titelkämpfen auf Landesebene verpasste Leonie 2012 nur durch viel Pech in der Schlussrunde den ersten Platz in der Mädchenwertung, der zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften berechtigt hätte. Im Folgejahr wurde sie Vize-Rheinland-Pfalz-Meisterin der U10w, durfte aber erneut nicht zur Deutschen Meisterschaft fahren, da diesmal nur ein Startplatz für unser Bundesland zur Verfügung stand.

2014 startete Leonie in der U12w auf Pfalzebene, wo sie bis zur Schlussrunde Chancen auf einen erneuten Titelgewinn hatte, sich dann aber doch mit Rang zwei begnügen musste. Besser lief es dann ein Jahr später, als Leonie schließlich den Pfalzmeistertitel in der U12w erringen konnte. Bei den anschließenden Rheinland-Pfalz-Meisterschaften gelang es der jungen Käshoferin dann, sich die Vizemeisterschaft in ihrer Altersklasse zu sichern.

Auch in der nächsthöheren Altersklasse (U14w) blieb Leonie Höh auf Pfalzebene erfolgreich: Sowohl 2016 als auch 2017 belegte sie jeweils Rang drei. Und bei ihrem ersten Start in der Kategorie U16w schaffte sie 2018 sogar den Sprung auf Platz zwei, punktgleich mit der Erstplatzierten. Untere Mannschaften

SKZ II

Die zweite Mannschaft stieg 1987 in die neu gegründete Bezirksliga Südwest auf, in der sie sich immerhin 13 Jahre lang behaupten konnte. Im Jahr 2000 ging es dann allerdings abwärts in Richtung Bezirksklasse, wo man nur zwölf Monate später die Meisterschaft feiern konnte. Auf den Wiederaufstieg indes wurde verzichtet. Erst zur Spielzeit 2002/03 wurde Zweibrücken II auf Beschluss der Bezirksversammlung nachträglich wieder in die Bezirksliga aufgenommen, aus der das Team nach einjährigem Gastspiel erneut absteigen musste. In der Saison 2003/04 erreichte die „Zweite“ Rang vier in der Bezirksklasse, ein Platz hinter Zweibrücken III. Da jedoch die Bezirksliga Südwest einmal mehr unterbesetzt war (fünf Meldungen für die Saison 2004/05), nahm der SK Zweibrücken erneut das nachträgliche Aufstiegsangebot wahr. Dieses Mal wurde der Klassenerhalt – dank einer grandiosen Erfolgsserie in der Hinrunde – frühzeitig gesichert. Die „Zweite“ des SKZ konnte sich in den Folgejahren wieder fest in der Bezirksliga etablieren und schaffte 2008/09 sogar mit 12:2 Punkten die Meisterschaft (letzter Meister der „alten“ Bezirksliga Südwest, die nun mit der Bezirksliga Nordwest fusionierte), verbunden mit dem Aufstieg in die 2. Pfalzliga West, in der man letztmals 1978/79 vertreten war. Nach nur einem Jahr musste Zweibrücken II aber wieder absteigen – in die 2009 neu geschaffene Bezirksliga West. Auch hier kämpfte man von Anfang an gegen den Abstieg und wurde am letzten Spieltag nach dem zweiten Nichtantritt sogar komplett genullt. 2011 nahm man einen Neuanfang in der Bezirksklasse in Angriff. In der neuen Umgebung erholte man sich von den Misserfolgen der vergangenen zwei Jahre und belegte am Ende einen Mittelfeldplatz, den man in den beiden Folgejahren jeweils bestätigen konnte.

Die Saison 2014/15 brachte – bedingt durch das Schrumpfen der Bezirksklasse auf nur noch drei Mannschaften – eine einschneidende Veränderung: Aus den Sechser-Teams wurden Vierer-Mannschaften, und die bisherige zweite Garnitur des SKZ wurde geteilt in eine zweite und eine dritte Mannschaft. Sowohl SKZ II als auch SKZ III schlugen sich in der Spielzeit 2014/15 bravourös und belegten am Ende sensationell die Plätze eins und zwei der Bezirksklasse. Überdies erreichte die „Dritte“ das Finale des Ligapokals, das sie nur knapp im Blitzentscheid verlor. Auf das Aufstiegsrecht verzichteten die Zweibrücker indes, da sie in der Bezirksliga West keine positiven sportlichen Perspektiven sahen.

In der Folgesaison rekrutierte sich die Bezirksklasse dann nur noch aus vier Sechsermannschaften, die eine Doppelrunde spielten. Personell bestand Zweibrücken II fortan aus den beiden so erfolgreichen Teams der Saison 2014/15, die nun quasi „wiedervereinigt“ waren. Leider konnte das Sextett nur noch selten in Bestbesetzung antreten, was sich in der Abschlusstabelle widerspiegelte: Der Vorjahresmeister wurde mit 4:8 Zählern nur noch Dritter. Im Pokalfinale gab es zudem eine klare Niederlage gegen den SK Höheinöd.

Nachdem der Pfälzische Schachbund im März 2016 beschlossen hatte, die drei westpfälzischen Bezirksklassen in zwei Schritten zu einer einzigen Bezirksklasse zusammenzuführen, entschieden sich die Spieler von Zweibrücken II mit überwältigender Mehrheit, zur Saison 2016/17 freiwillig in die Kreisliga abzusteigen. Die Nachteile, die ein Verbleib in der fusionierten Bezirksklasse mit sich gebracht hätte (viel längere Fahrten zu Auswärtsspielen, Aufstockung der Sechser- zu einer Achtermannschaft), wurden als zu groß erachtet. In der Kreisliga blieb das Team aus der Rosenstadt dann in der ersten Spielzeit nach dem Abstieg unter seinen Möglichkeiten: Vizemeisterschaft und Pokalsieg waren greifbar nah, wurden jedoch denkbar knapp verfehlt. Besser machte man es in der Folgesaison 2017/18: Zunächst sicherte sich die „Zweite“ nach einem 3:1-Erfolg gegen den souveränen Kreisliga-Meister SK Dahn II den Pokal, ehe man sich nach dem letzten Spieltag überraschenderweise auch noch über die Vizemeisterschaft freuen konnte.

Zur Saison 2018/19 wurden die zweite und dritte Mannschaft des SKZ zu einem einzigen Team zusammengefasst. Dieses gehörte nominell zu den Favoriten um die Meisterschaft und wurde dieser Rolle auch gerecht. Vor dem letzten Spieltag führten die Rosenstädter die Tabelle mit 12:0 Punkten an, gefolgt vom Schlussrundengegner SK Höheinöd II, der 11:1 Zähler auf dem Konto hatte. In einem echten Endspiel um die Meisterschaft der Kreisliga behielt der SKZ nach zähem Kampf mit 2,5:1,5 die Oberhand (schon ein 2:2 hätte genügt) und beendete die Saison mit 14:0 Punkten souverän auf Rang eins. Im Pokal erreichte man wieder das Finale und kassierte beim unnötigen 1,5:2,5 gegen den SC Pirmasens IV nicht nur die einzige Saisonniederlage; es war zugleich im vierten Pokalendspiel in Serie die dritte Schlappe. Auf den Aufstieg in die Bezirksklasse West verzichteten die Rosenstädter indes, denn die Erweiterung der bisherigen Vierer- zu einer Achtermannschaft wäre ein zu großer Kraftakt gewesen. Selbst mit Passivspielern aus anderen Vereinen hätte Zweibrücken II wahrscheinlich nur geringe Chancen auf den Klassenerhalt gehabt.

Die Folgesaison (weiterhin in der Kreisliga) konnte dann noch erfolgreicher gestaltet werden: Als Titelverteidiger gestartet, gewann Zweibrücken II alle Ligaspiele mit jeweils mindestens zwei Punkten Differenz und stand vorzeitig (nach der neunten von zehn geplanten Runden) als überlegener Meister fest. Die somit bedeutungslos gewordene Schlussrunde konnte dann wegen der aufkommenden Corona-Pandemie nicht mehr ausgetragen werden.

Auch im Ligapokal triumphierte diesmal die „Zweite“ des SKZ: Zum Finale (bereits im Januar 2020, also noch vor der Pandemie) trat der Gegner, SK Höheinöd II, wegen personeller Engpässe nicht an.

Für die Spielzeit 2020/21 plante Zweibrücken II nun den Aufstieg in die Bezirksklasse, doch die Einschränkungen durch Corona ließen einen Ligabetrieb nicht zu. Da viele Aktive des SK Zweibrücken pandemiebedingt in der Folgezeit nicht mehr bereit waren, an Mannschaftskämpfen teilzunehmen, wechselten die verbliebenen Spieler zur ersten Garnitur in die 2. Pfalzliga West. Das Team SKZ II wurde zur Saison 2021/22 aufgelöst und trat erst in der Spielzeit 2023/24 wieder an – in der Kreisliga. Dort spielte man eine durchwachsene Saison und wurde am Ende mit 9:9 Zählern Fünfter unter zehn Mannschaften. Im Ligapokal erreichte man das Finale, in dem man den SF Althornbach mit 1:3 unterlag.

Nachdem alle vor der SKZ-„Zweiten“ platzierten Teams der Kreisliga auf den Aufstieg in die Bezirksklasse Mitte verzichtet hatten, erklärten sich die Rosenstädter bereit, den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse zu wagen. Nach einer Niederlage zum Saisonauftakt rechnete der SKZ mit Abstiegskampf pur. Doch es kam anders: Nach vier Siegen in Folge grüßten die Zweibrücker zum Jahresende als Tabellenführer! Und auch ein unerwarteter Punktverlust in der sechsten Runde warf das Team nicht aus der Bahn. Mit 13:3 Punkten ging man als Primus in die Schlussrunde. Gegen einen Abstiegskandidaten sollte nun eigentlich nichts mehr schiefgehen, so dachte man. Doch dann wurde SKZ II mit 1,5:4,5 gehörig gerupft! Immerhin verloren aber auch die beiden direkten Verfolger ihre Kämpfe, und der zuvor Viertplatzierte schaffte es trotz eines 6:0-Sieges nicht mehr, unsere „Zweite“ einzuholen. Bei jeweils 13:5 Punkten rettete sich der SKZ mit einem Brettpunkt Vorsprung als Meister ins Ziel und feierte den Durchmarsch von Rang fünf der Kreisliga in die Bezirksliga West, wo die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden konnte: Nach einem Fehlstart mit 0:6 Punkten stabilisierte sich der Aufsteiger spürbar, so dass man sich zum Saisonende über einen siebten Platz (8:10 Zähler) und den Klassenerhalt freuen durfte.

SKZ III

Die dritte Garnitur des SKZ stieg 1984 in die Bezirksklasse auf, wo sie bis 1987 mit wechselndem Erfolg spielte (1985/86 konnte sie sogar die „Zweite“ überflügeln, was ihr danach erst wieder in der Spielzeit 2003/04 gelingen sollte). Danach gab es einen steten Wechsel zwischen Bezirks- und Kreisklasse. Zuletzt stieg man im Jahr 2000 aus der Bezirksklasse ab und 2001 als Meister und Ligapokalsieger prompt wieder auf. Zweibrücken III belegte in der Saison 2001/02 einen hervorragenden vierten Platz in der Punktrunde und holte überdies auch in dieser höheren Klasse den Ligapokal. In der folgenden Spielzeit lief es dann – nach personellem Aderlass – nicht mehr so gut, doch zum Ende der Saison 2003/04 konnte man als Drittplatzierter der Bezirksklasse sogar die zweite Mannschaft des eigenen Vereins hinter sich lassen, und ein Jahr später belegte man trotz arger personeller Engpässe mit ausgeglichenem Konto Platz fünf. Nach weiteren Mittelfeldplatzierungen in den Folgejahren gelang in der Saison 2007/08 der große Wurf mit dem Gewinn der Meisterschaft (20:0 Punkte!) und dem Aufstieg in die Bezirksliga Südwest. Danach war es jedoch mit den Erfolgen abrupt vorbei: 2:12 Punkte in der Bezirksliga Südwest, im nächsten Jahr 2:20 Zähler in der neuen Bezirksliga West, dann (nach dem bitteren Abstieg) 2:12 Punkte in der Bezirksklasse – verbunden mit einem weiteren Abstieg, der diesmal allerdings freiwillig erfolgte. In der Kreisliga sollte sich das Team von den zahlreichen Rückschlägen erholen. Am Ende der Saison 2011/12 stand Zweibrücken III auf dem zweiten Tabellenplatz; Meisterschaft und Aufstieg wurden nur knapp verfehlt. Die Spielzeit 2012/13, in der die „Dritte“ des SKZ als nomineller Topfavorit galt, brachte haargenau das gleiche Resultat: Man wurde Vizemeister. In der Folgesaison wurde das Team mehrfach vom Pech verfolgt; es gab einige unnötige Punktverluste, und so stand am Ende „nur“ ein dritter Rang zu Buche.

Durch die oben erwähnten Veränderungen in der Bezirksklasse konnte SKZ III dann aber doch in die Bezirksklasse „aufsteigen“ – und für Furore sorgen. Denn nach der Saison 2014/15 konnte das Team sowohl in der Meisterschaft als auch im Ligapokal jeweils zweite Plätze aufweisen, was durchaus als Sensation gewertet werden konnte. In der Folgesaison trat die „Dritte“ dann wieder in der Kreisliga an, wo sie jedoch sehr viel Pech hatte und am Ende abgeschlagen auf dem vorletzten Tabellenplatz landete. Wesentlich besser lief es dann aber im Ligapokal, denn hier erreichte man das Finale. Gegner war der Serienmeister der Kreisliga, die SF Althornbach. Diese unterschätzten die nur zu dritt angetretenen Zweibrücker offenbar und „verloren“ das Endspiel mit 2:2 auf Grund der schlechteren Berliner Wertung. Dieser Pokalsieg von SKZ III war sicher bis dato eine der größten Sensationen der Klubgeschichte. In der Folgesaison lief es in der Liga recht gut für die „Dritte“, die mit 10:8 Punkten Fünfter wurde; im Pokal hingegen war schon im Viertelfinale Endstation. In der Spielzeit 2017/18 gab es eine weitere Steigerung für SKZ III: Platz drei in der Liga (wobei die fast schon sicher geglaubte Vizemeisterschaft erst in der letzten Runde knapp verspielt wurde) und Halbfinalteilnahme im Pokal. Personelle Engpässe waren dann allerdings im Sommer 2018 dafür verantwortlich, dass die dritte Mannschaft aufgelöst werden musste. Erst ab der Spielzeit 2023/24 gelang es dem SKZ wieder, eine dritte Garnitur in der Kreisliga ins Rennen zu schicken, die vorrangig mit Anfängern bestückt war und in den beiden Folgejahren viel Lehrgeld zahlen musste, aber durchaus auch einige Achtungserfolge verbuchte.

SKZ IV

Um auch weiterhin den Anfängern Spielgelegenheit zu geben, wurde seit 1984 (mit einigen, teils mehrjährigen Unterbrechungen) in der Kreisklasse eine vierte Mannschaft gemeldet, die 1987 (Kreisklasse B), 1997 und 2003 (eingleisige Kreisklasse) den Meistertitel erringen konnte. 2003 glückte überdies auch der Gewinn des Ligapokals. Im folgenden Jahr musste man sich mit Platz drei begnügen, obwohl man zuvor lange aussichtsreich mit dem Tabellenführer Schritt gehalten hatte. 2004/05 sprang dann immerhin die Vizemeisterschaft heraus, und nach einem dritten Rang im Folgejahr durfte Zweibrücken IV sogar nachträglich in die Bezirksklasse aufsteigen. Hier hielt man sich drei Spielzeiten lang mit jeweils negativen Punktekonten, ehe es 2009 wieder abwärts in die Kreisliga ging. Dort wurde man im Jahr darauf souverän Meister, verzichtete aber auf den Aufstieg und verfolgte in der untersten Liga konsequent die Linie, dem beim SKZ zahlreich vertretenen Schachnachwuchs Gelegenheit zu geben, erste Turniererfahrungen zu sammeln.

In der Saison 2014/15 klopfte die „Vierte“ wieder heftig am Tor zur Bezirksklasse: Nach fünf von sieben Spieltagen führte man mit 10:0 Punkten souverän die Tabelle an. Doch zum Ende der Spielzeit ging dem SKZ-Quartett die Luft aus: Innerhalb von weniger als 48 Stunden (freitags und sonntags) verlor man gegen die beiden einzig verbliebenen Konkurrenten um die Meisterschaft und hatte Glück, wenigstens noch die Vizemeisterschaft für sich retten zu können. Die Folgesaison verlief dann wesentlich schlechter; man konnte lediglich zwei Siege einfahren und landete in der Abschlusstabelle auf dem letzten Platz. Angesichts zunehmender personeller Probleme entschied sich die Vereinsführung daraufhin, Zweibrücken IV am Ende der Saison 2015/16 vom Spielbetrieb zurückzuziehen.

SKZ V

Ein weiteres Nachwuchsteam (SKZ V) nahm in der Saison 1993/94 am Spielbetrieb der Kreisklasse teil, musste dann aber auf Grund von personellen Engpässen nach nur einem Jahr wieder aufgelöst werden. Ein erneuter Anlauf in der Kreisklasse wurde zur Spielzeit 2004/05 unternommen. Nun lief es wesentlich besser: 14:8 Punkte, Platz sechs unter zwölf Startern. Auch in den folgenden Spielzeiten war Zweibrücken V regelmäßig mit wechselndem Erfolg in der Kreisklasse aktiv; nach Platz zwei in der Saison 2007/08 folgte zwölf Monate später die Vizemeisterschaft in der Bezirksklasse – fünf Plätze vor der vierten Mannschaft des eigenen Vereins! Personelle Engpässe waren einmal mehr dafür verantwortlich, dass man in der Saison 2009/10 in der neu geschaffenen Kreisliga nur noch Achter mit 2:12 Zählern wurde und das Team anschließend abgemeldet werden musste. Erst in der Spielzeit 2014/15 wurde wieder eine fünfte Mannschaft ins Rennen geschickt, die sich mit 5:9 Punkten recht wacker schlug, in der darauffolgenden Saison aber nicht mehr an den Start ging.

SKZ VI

Zwischen 2006 und 2008 war der Zulauf an Jugendlichen beim SKZ so stark, dass man es sich erstmals leisten konnte, eine sechste Mannschaft in die Punktekämpfe der Kreisklasse zu entsenden. Dieses Team entpuppte sich in dieser Zeit jedoch schnell als „Prügelknabe“ der Liga: In der ersten Saison wurde man mit 2:14 Zählern Vorletzter, im Jahr darauf mit 0:14 Punkten Letzter. Neben dem Problem, stets vier Akteure an den Brettern zu haben, gab es auch Schwierigkeiten, zu Auswärtsspielen Fahrgelegenheiten zu organisieren. Darum wurde im Sommer 2008 darauf verzichtet, Zweibrücken VI für eine weitere Saison anzumelden.

Was ist sonst noch erwähnenswert?

Seit Sommer 2000 pflegte der SK Zweibrücken über mehrere Jahre eine grenzüberschreitende Vereinsfreundschaft mit dem ŠK Liptov (Tatra-Gebirge, Slowakei). Diese Verbindung war geprägt durch gegenseitige Besuche, bei denen sowohl sportliche als auch kulturelle Aspekte eine wichtige Rolle spielten.

Einzelne Mitglieder des SK Zweibrücken, der seit dem 21. Oktober 1998 im Vereinsregister des Amtsgerichts Zweibrücken eingetragen ist, machten sich in den letzten Jahren durch die Ausübung wichtiger Ämter einen Namen. So war Johannes Peetz von 1994 bis 2000 Vorsitzender des PSB-Schiedsgerichts und von 1995 bis 2001 Vizepräsident des Schachbundes Rheinland-Pfalz. Von 2000 bis 2006 war Ralf Henkel stellvertretender Spielleiter des Bezirks V, seit 2006 fungiert er als Bezirksspielleiter. Ludwig Peetz hatte beziehungsweise hat diverse Ämter im Bereich der Jugendförderung inne – nicht nur auf lokaler, sondern auch auf überregionaler Ebene. In Anerkennung seines unermüdlichen Einsatzes wurde Ludwig Peetz 2011 vom Pfälzischen Schachbund mit dem Jugend-Förderpreis ausgezeichnet.

Erstes weibliches Vorstandsmitglied in der Geschichte des SK Zweibrücken wurde im September 2004 Verena Wolf, die das Amt des Jugendleiters übernahm (bis 2007). Von 2005 bis 2017 gehörte überdies mit Katharina Peetz eine weitere Frau der Führungsriege des SKZ an.

Auf sportlicher Ebene verdient Erwähnung, dass der Verein von 2002 bis 2007 eine jährlich stattfindende Offene Zweibrücker Schnellschach-Meisterschaft veranstaltete, mit der die Außenwirkung des SKZ deutlich gesteigert werden konnte.

Eine neue Turnierform wurde im Mai 2014 beim SKZ erstmals ausprobiert: Das 1. Vorgabeturnier des Vereins erwies sich mit 14 Teilnehmern auf Anhieb als Erfolg. Weniger gut frequentiert war dann im April 2015 das 1. Schach-960-Turnier des SKZ, an dem sich nur sechs Akteure beteiligten. Beide Spielarten blieben in der Folgezeit weiter im Turnierangebot des SKZ erhalten. Im April 2017 wurde die Variante „Schach 960“ vom SKZ erstmals in der Form eines offenen Turniers durchgeführt. Nach einer zweiten Auflage im Folgejahr wurde die Offene 960-Veranstaltung jedoch wieder aus dem Programm genommen.

Eine dritte Sondervariante des „königlichen Spiels“ feierte dann im April 2023 Premiere beim SKZ: Das 1. Thematurnier des Vereins beschäftigte sich mit dem Evans-Gambit. Acht Akteure nahmen die Herausforderung an, in die Geheimnisse dieser interessanten Eröffnung einzutauchen.

Zur Verbesserung der Außenwirkung gehört auch eine intensive interne wie auch externe Öffentlichkeitsarbeit: Von Juni 1993 bis Anfang 1995 wurde erstmals eine Vereinszeitung, der „Schachzug“, herausgegeben. Das Nachfolgeblatt, der „Zweibrücker Schach-Report“, erschien ab Sommer 1996 acht Jahre lang und wurde im September 2004 durch die Zeitung „SKZ aktuell“ abgelöst, die ein moderneres Erscheinungsbild bietet und seitdem auch als PDF-Version für ehemalige und auswärts lebende Klubmitglieder offeriert wird. Seit Frühjahr 2001 ist der SK Zweibrücken überdies auch im weltweiten Datennetz vertreten – zunächst unter der Adresse www.schachklub-zweibruecken.de, seit 10. April 2012 unter der etwas abgeänderten Schreibweise www.schachklub-zweibrücken.de.

Um die jüngere Generation der Internetnutzer besser erreichen zu können, war der SK Zweibrücken seit 9. Januar 2013 zusätzlich mit einem eigenen Profil im sozialen Netzwerk Facebook vertreten. Vor dem Hintergrund verschärfter Datenschutzbestimmungen beschloss der Verein jedoch wenige Jahre später, diese Seite wieder abzuschalten.

Einen Weltrekord gab es zu Beginn des neuen Jahrtausends zu vermelden: Beim Turnier „Rechts und links vom Neckar“, das am 8. Juli 2001 nicht weniger als 4823 Schachfreunde an die Bretter gelockt hatte, war auch SKZ-Spieler Markus Gab aktiv. Das schachliche Großereignis fand Eingang ins Guinness-Buch der Rekorde.

In der Saison 2003/04 war erstmals ein SKZ-Mitglied in der 1. Bundesliga aktiv: Hannes Callam gab am 23. November 2003 in der Begegnung Hamburger SK gegen SC Anderssen St. Ingbert sein Debüt; fünf weitere Einsätze in der Eliteliga folgten.

Mit einem Gala-Abend feierte der SK Zweibrücken am 19. November 2005 im Gasthaus „Zum Roten Ochsen“ in Zweibrücken-Ixheim das 100-jährige Bestehen des Vereins.

Peter Schwichow konnte im Fernschach einige Erfolge verbuchen. So bekam er im Mai 2011 vom Deutschen Fernschachbund den Titel „Nationaler Fernschachmeister (Bronze)“ verliehen. Und genau ein Jahr später, im Mai 2012, qualifizierte er sich für die Endrunde der 43. Deutschen Fernschachmeisterschaft, die er mit einem 50-Prozent-Ergebnis und einem geteilten achten bis neunten Rang (unter 13 Startern) beendete.

Der Zweibrücker Stadtverband für Sport zeichnet seit 2016 Personen aus, die sich ehrenamtlich in ihren Vereinen besondere Verdienste erworben haben. Das Gremium folgt dabei in der Regel den Vorschlägen der Sportklubs. Aus den Reihen des SK Zweibrücken wurden bislang folgende Personen für ihr langjähriges Engagement geehrt: Reiner Galjan, Ludwig Peetz, Wolfgang Sax und Peter Schwichow.

Als erstem SKZ-Mitglied überhaupt wurde Ralf Henkel im März 2018 im Rahmen des 87. Pfälzischen Schachkongresses in Landau die Ehrennadel des PSB in Gold verliehen. Damit würdigte der Regionalverband Henkels Wirken als langjähriger Funktionsträger: seit 1997 Vorsitzender des SK Zweibrücken, seit 2006 Spielleiter des PSB-Bezirks V.

Im Mai 2018 wurde ein weiterer SKZ-Aktiver mit einer Auszeichnung bedacht: Heinrich Horn, Nestoren-Pfalzmeister von 2013, wurde anlässlich seines runden Geburtstags ein individuell gestalteter Ehrenteller des PSB überreicht.